Belegschaft traut sich mehr zu als der Leitung

By | 1. August 2017

Wann läuft es im Betrieb so richtig rund? Wenn der Chef mal nicht da ist… – solche Sprüche kennt jeder. Und tatsächlich könnte man meinen, dass viele Vorgesetzte eigentlich nur bei der Arbeit stören. Das hängt mit den zugewiesenen Rollen zusammen: Vorgesetzte tragen die Verantwortung und kontrollieren die Arbeitsergebnisse und Mitarbeiter haben das Gefühl, dass ihnen nicht vertraut und nichts zugetraut wird.

Dies zeigt sich auch beim Thema der Digitalisierung: Hier trauen sich die Mitarbeiter mehr zu als der Unternehmensleitung. Die Personalvermittlung Orizon spricht daher bei der Vorstellung der Studienergebnisse auch ganz passend vom „Digitalen Selbstvertrauen“ der Arbeitnehmer:

„Arbeitnehmer in Deutschland sehen sich selbst beim anstehenden Wandel und den dafür notwendigen Fähigkeiten jedoch mehrheitlich gut gerüstet. Skeptischer sind sie, was den entsprechenden Reifegrad ihrer Arbeitgeber betrifft.“

Damit drehen sie die Perspektive des Managements um: Dies scheint mehrheitlich zu glauben, dass die Lösungen außerhalb der eigenen Organisation liegen.  Jedoch trauen sich fast 76% der über 2.000 befragten Arbeitnehmer zu, sich die geforderten digitalen Fähigkeiten anzueignen. Von dem verbleibenden Viertel war die eine Hälfte unsicher („ich weiß nicht“) und der Rest (insgesamt 11%) negativ eingestellt. Damit fühlt sich jeder zehnte Arbeitnehmer durch die Digitalisierung abgehängt.

Ihren Arbeitgeber sehen die Befragten deutlich schlechter aufgestellt: Lediglich 45% halten ihren Arbeitgeber für die Digitalisierung gut aufgestellt. Knapp 25% verneinen dies, die verbleibenden 30% sagen, dass sie dies nicht einschätzen könnten. Insbesondere die letzte Zahl ist ein Indikator dafür, dass Digitalisierung aktuell kein Thema in den Unternehmen zu sein scheint.

Der DigitalScore ist ein gutes Tool, um das Thema in Organisationen zu verankern. Der Online Selbsttest ist eine gute Grundlage, um das Thema auf persönlicher Ebene zu aktivieren, aber auch zusehen, wie die Teams aufgestellt sind und die Organisation als Ganzes dasteht. Entsprechend lassen sich Schulungs- und Weiterbildungsangebote abstimmen. Und manch Leitender wird erkennen, dass sein Team bereits digital startklar ist, während die Organisation vielleicht noch ihren Kurs sucht.

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