Hohes Digitalisierungspotenzial: Fast 50% der Tätigkeiten können automatisiert werden

By | 9. Oktober 2017

Jede zweite Arbeitsstunde in Deutschland könne bereits bei dem heutigen Stand der Technik von Maschinen übernommen werden. Das ist für mich eines der zentralen Ergebnisse der McKinsey-Studie „Das digitale Wirtschaftswunder – Wunsch oder Wirklichkeit?“, die bereits im Juli 2017 vorgelegt wurde.

Das bedeutet aber nicht, dass auch die Hälfte der Arbeitsplätze gestrichen werde – ganz im Gegenteil: Lediglich zwei Prozent aller aktuellen Arbeitsstellen seinen aktuell vollständig automatisierbar (vgl. S. 19). Es geht um Arbeitsanteile und nicht um die Arbeit an sich.

Dabei ist das Digitalisierungspotenzial nicht in alle Berufsgruppen gleich (vgl. S. 20): Richtig viel Luft ist bei Datenerfassung (64% Digitalisierungspotenzial), Datenverarbeitung (67% Digitalisierungspotenzial) und „vorhersehbarer körperlicher Arbeit“ – beispielsweise das Auflegen von vorgefertigten Teilen in eine Stanze – drin (64% Digitalisierungspotenzial).

Überraschend fand ich persönlich, dass Führungskräfte laut der McKinsey-Studie scheinbar bereits recht „durchdigitalisiert“ sind: Bei ihnen gebe es nur 10% Digitalisierungspotenzial. Vermutlich wurde nur bestehende Prozesse angeschaut, aber nicht grundsätzlich hinterfragt. Es mag sein, dass Urlaubsanträge, Rechnungsworkflow und Dienstwagen-Management bereits per Mausklick erledigt werden, was aber nicht bedeutet, dass diese Lösungen tatsächlich das Prädikat „digitalisiert“ verdient hätten.

Bei Wissensarbeitern wird 16% Digitalisierungspotenzial gesehen (S. 20). Das erscheint mir recht sinnvoll – ich selbst hätte den Anteil automatisierbarer Aufgaben auf ungefähr ein Fünftel der Tätigkeiten geschätzt. Der Kreativanteil ist in vielen dieser Aufgaben sehr hoch – wenn auch Kreativität unterschiedliche Schaffenshöhen umfassen mag.

Insgesamt sei der deutsche Arbeitsmarkt aber erst zu 10% digitalisiert schätzt McKensey (vgl. S. 11) – es gibt also insgesamt noch viel zu tun.

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