Kompetenzfeld: Kreativität

By | 7. August 2017

Der DigitalScore basiert auf der Messung von individuellen Ausprägungen auf fünf Kompetenzfeldern. „Kompetenzen sind (…) erlernbare, kognitiv verankerte und daher wissensbasierte Fähigkeiten und Fertigkeiten, die auf eine erfolgreiche Bewältigung zukünftiger Anforderungen in Alltags- und Berufssituationen abzielen“, heißt es im Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. Aber gilt das auch für Kreativität? Kann man Kreativität erlernen?

Im Alltag gehen wir davon aus, dass Kreativität angeboren sei. Zum Glück ist sie das tatsächlich und das sogar bei jedem Menschen! Aber wie alle Fähigkeiten muss auch Kreativität gefördert und trainiert sowie mit den richtigen Talenten einhergehen, damit sie sich entfalten kann. Bei Personen, die sich Zeit ihres Lebens mit vorgefertigten Standardlösungen zufrieden geben mussten und deren Talente auf weniger sichtbaren Gebieten liegen, ist Kreativität weniger ausgeprägt.

Darüber hinaus fällt es schwer, Kreativität zu messen oder zu quantifizieren. Es gibt sprachliche Tests (zum Beispiel das Aufzählen verschiedenster Verwendungsmöglichkeiten von Gegenständen) oder zeichnerische Tests (zum Beispiel die Kombination einzeln vorgegebener Bildelemente zu neuen grafischen Kompositionen). In beiden Verfahren werden Vielzahl und Originalität als Messgrößen erfasst.

Beide psychologischen Testverfahren boten sich für die Messung des Kompetenzfeldes Kreativität für die Errechnung des DigitalScores nicht an. Es gibt jedoch andere Indikatoren, die dafür sprechen, dass eine Person über ein hohes kreatives Potenzial verfügt – insbesondere dann, wenn divergentes Denken vorherrscht. Das ist dann der Fall, wenn der als logisch geltende Lösungsweg verlassen wird. Zum Beispiel durch einen Perspektivenwechsel, die Übertragung von Lösungen aus anderen Bereichen oder die Umdeutung bekannter Objekte und Lösungsmuster. Es beginnt bereits bei der Problemsensitivität, der Fähigkeit, ein (mögliches) Problem zu erkennen. Und natürlich kommt die Kreativität auch bei der Originalität und Häufigkeit der Lösungsfindungen zum Ausdruck. Zusammenfassend schreibt Joachim Funke (S. 291):

„Die heutigen Ergebnisse zeichnen ein Profil, in dem Unabhängigkeit, Nonkonformismus, unkonventionelles Verhalten, weitgespannte Interessen, Offenheit für neue Erfahrungen, Risikobereitschaft sowie kognitive und verhaltensmäßige Flexibilität als Kennzeichen dienen.“

Kennzeichen, die sich auch als Bewertungen situativen Verhaltens in der Arbeitswelt abfragen lassen. Der Grad der Zustimmung dient als Messgrößen für die Berechnung des DigitalScores.

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