Online-Überweisungen spalten die Nation

By | 4. Februar 2018

Müssen wir uns Sorgen um den Standort Deutschland machen? Die Digitalkompetenz innerhalb der deutschen Bevölkerung reicht nicht sehr weit, um das „Neuland“ zu erobern. Darauf verweisen zumindest die Zahlen aus dem D21-DIGITAL-INDEX, die statista.de zu einer Infografik zusammengefasst hat, die seit ein paar Tagen in Social Media rauf- und runtergeteilt wird.

Erst wollte ich diese auch nur „re-tweeten“, dann habe ich mir die Zahlen noch mal genauer angesehen und mir gedacht, dass man hier vermutlich mehr als 240 Zeichen Kommentierung spendieren sollte. Die Liste der „Kompetenzen“ ist eher kleinteilig und umfasst eher „Können“ (als eingeübte Lösungen) als „Kompetenzen“, die eher Lösungsfähigkeiten abzielen. So ist zum Beispiel fraglich ob ‚regelmäßige Updates von Antivirensoftware‘ sowie der ‚regelmäßige Password-Wechsel‘ tatsächlich Kompetenzen im engeren Sinne sind oder nicht nur Ausprägungen eines dahinter stehenden Kompetenzfeldes wie „Sicherheitsbewusstsein“ sind.

Aber das sind nur Mutmaßungen – die Infografik gibt keine weitergehende Hinweise. Es lässt sich auch vermuten, dass hinter der Verteilung eine kontrollierende Drittvariable steckt: Ich denke, dass hier das Alter der Befragten eine große Rolle gespielt hat, ob und welche Kompetenzen sie bei sich im Umgang mit digitalen Medien selbst zu schreiben – mit allen empirischen Risiken die Studien mit Selbsteinschätzungen an sich bergen.

Mindestens ein Drittel der Befragten kann so gut wie gar nichts online: Im Segment „niedrige/keine Kompetenz“ liegt der geringste Anteil bei 26, der Höchste bei 81. Bereits bei Online-Überweisungen endet die Digitalkompetenz der Hälfte der Deutschen.

Nur jeder Zweite schätzt sich in der Lage Inhalte in soziale Netzwerke einzustellen – man sollte meinen, dass das inzwischen einfacher als Lesen und Schreiben sei. Um so überraschender empfinde ich den verhältnismäßig hohen Anteil von Personen, die meinen, Werbung erkennen zu können – aber Selbstüberschätzung ist bei Selbsteinschätzung auch nicht ungewöhnlich.

Tatsächlich, weiß ich nicht was diese Daten eigentlich sagen: Zum einen dokumentieren sie sicher einen hohen Grad an Unsicherheit mit digitalen Medien. Zum anderen gibt es scheinbar noch jede Menge zu tun…

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